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Wie Fasten Körper und Geist heilt

Ist der Darm gesund, wirkt sich das auch auf das Immunsystem und unsere Psyche aus, zeigen neue Forschungen. Verdauungsprobleme können hingegen auch den Keim für schwerere Erkrankungen in sich tragen. Das Frühjahr bietet Raum für einen körperlichen Frühlingsputz.

Heilfasten

„Glück“ – so soll es der französische Philosoph, Schriftsteller und Staatstheoretiker Jean-Jacques Rousseau fast 300 Jahren formuliert haben – „Glück besteht aus einem soliden Bankkonto, einer guten Küche und einer tadellosen Verdauung.“

Belegt ist inzwischen auch das Sprichwort, dass jemandem ein mental belastendes Ereignis auf den Magen schlagen kann. Die Ursache von Magenbeschwerden etwa in stressigen Situationen ist häufig ein Erregungszustand des vegetativen Nervensystems – das unabhängig von der Steuerung durch das Gehirn abläuft. Wenn der sogenannte Parasympathikus-Nerv gereizt wird, ist neben anderen körperlichen Reaktionen wie etwa einem verlangsamten Pulsschlag auch eine verstärkte Magensäure-Produktion die Folge. Die erhöhte Säurekonzentration reizt die Magenschleimhäute und kann Unwohlsein erzeugen.guten Küche und einer tadellosen Verdauung.“ Tatsächlich spielt die Verdauung eine zentrale Rolle in unserem Körper, die weit über die Verarbeitung der Nahrung hinausgeht. Die Medizin hat hier zudem immer neue Erkenntnisse parat. So wird etwa immer deutlicher, dass der Darm auch mit dem Gehirn verbunden ist. Die Darmflora – oder neudeutsch formuliert das Mikrobiom – scheint sich auf die Psyche auszuwirken, haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben. So könnte eine gestörte Darmflora Stoffwechselprodukte freisetzen, die Immunzellen aktivieren oder mit dem Blut ins Gehirn gelangen und dort die Funktion von Hirnzellen beeinflussen. Wie Forscher der Medizinuniversität Graz nun herausgefunden haben, dürfte zum Beispiel eine fettreiche Ernährung zu Veränderungen des Mikrobioms führen und so die Entwicklung einer Depression beeinflussen. So traten bei Mäusen, die man fettreich ernährt hatte, mit Veränderungen des Mikrobioms auch auffällige neurochemische Störungen in bestimmten Gehirnbereichen auf, die etwa für Appetit, Angstempfinden und Stimmungslage von Bedeutung sind.

Umgekehrt belegen die Forschungen damit auch, wie sich eine Darmreinigung etwa durch Fasten oder entsprechende Kuren, positiv auf die Stimmung auswirken kann. Menschen berichten das ja immer wieder, dass sich die Wirkung einer Fastenkur nicht nur im Gewicht zeigt, sondern eben auch den Geist wieder freier macht. Genau das war übrigens auch immer das Ziel religiös motivierter Fastenzeiten in allen Kulturen: der Geist sollte offener werden für Erfahrungen, die über das Körperliche hinaus gehen. Der Darm ist aber auch das Zentrum des Immunsystems. Rund 70 Prozent aller Immunzellen befinden sich hier. Ist der Darm gesund, ist man auch besser gegen viele Krankheiten geschützt. Gifte oder Krankheitserreger, die etwa über die Nahrung in den Körper gelangen, werden hingegen im Verdauungstrakt bekämpft. Infektionen gehören dabei zu den häufigsten Darmerkrankungen. Krankheitserreger und Parasiten, die über verdorbenes Essen oder verschmutztes Trinkwasser aufgenommen werden, können durch Giftstoffe die Darmschleimhaut schädigen. Zeigen sich hingegen keine krankhaften Veränderungen des Darms und Betroffene klagen dennoch über chronische Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen, kann es sich auch um einen Reizdarm handeln. Neuesten Erkenntnissen zufolge kann dieser durch falsche Ernährung und psychische Probleme ausgelöst werden. Die Verbindung von Hirn zu Darm kann also auch in die umgekehrte Richtung gehen.

Verfasst für Servus! von Martin Rümmele